Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Hüftarthrose zu leiden, wobei erste Symptome oft bereits ab dem 50. Lebensjahr auftreten können. Diese degenerativen Erkrankung des Hüftgelenks äußert sich typischerweise durch Schmerzen in der Leiste, im Oberschenkel oder in der Gesäßregion, die besonders bei Belastung auftreten und im fortgeschrittenen Stadium auch in Ruhe spürbar sein können. Begleitend entwickeln sich häufig eine zunehmende Bewegungseinschränkung und eine spürbare Steifigkeit des Gelenks, insbesondere nach längeren Ruhephasen. Die Diagnose wird durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren gestellt. Während die Anamnese und körperliche Untersuchung erste Hinweise liefern, bestätigen Röntgenaufnahmen den Verdacht und zeigen das Ausmaß der Gelenkveränderungen. In manchen Fällen kommen zusätzlich die Magnetresonanztomographie oder Computertomographie zum Einsatz, um detailliertere Informationen über den Zustand des Knorpels und der umgebenden Weichteile zu erhalten.

Entgegen der weitverbreiteten Annahme, dass bei Arthrose zwangsläufig eine Operation erforderlich ist, stehen heute zahlreiche konservative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Besonders in frühen und mittleren Stadien der Erkrankung lassen sich durch minimal-invasive oder nicht-operative Maßnahmen oft beachtliche Erfolge erzielen. Das primäre Ziel dieser Behandlungsansätze besteht darin, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten oder zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern. Gleichzeitig soll der Krankheitsverlauf verlangsamt und die Notwendigkeit eines künstlichen Hüftgelenks möglichst lange hinausgezögert oder im Idealfall vermieden werden.

Regenerative Medizin und Lipogems-Therapie

Einen innovativen Ansatz in der Behandlung der Hüftarthrose stellt die regenerative Medizin dar, die darauf abzielt, die körpereigenen Heilungsprozesse zu aktivieren und geschädigtes Gewebe zu regenerieren. Zu den vielversprechendsten Entwicklungen auf diesem Gebiet gehört die Lipogems-Therapie, ein minimal-invasives Verfahren, das mit aufbereitetem Eigenfett arbeitet und als moderne Form der Stammzellentherapie gilt.

Das Lipogems-Verfahren basiert auf der Erkenntnis, dass Fettgewebe eine besonders reichhaltige Quelle für mesenchymale Stammzellen und Wachstumsfaktoren darstellt. Diese Zellen besitzen die bemerkenswerte Fähigkeit, sich in verschiedene Gewebetypen zu differenzieren und gleichzeitig entzündungshemmende sowie regenerative Prozesse im Körper anzustoßen. Bei der Behandlung wird zunächst eine kleine Menge Fettgewebe, meist aus dem Bauch- oder Hüftbereich des Patienten, mittels einer schonenden Absaugung entnommen. Dieser Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist für den Patienten mit nur minimalen Beschwerden verbunden. Das gewonnene Fettgewebe durchläuft anschließend einen speziellen Aufbereitungsprozess in einem geschlossenen, sterilen System. Dabei wird es mechanisch zerkleinert und gewaschen, um Öl, Blut und beschädigte Zellen zu entfernen, während die wertvollen regenerativen Zellen und die extrazelluläre Matrix erhalten bleiben. Das Besondere am Lipogems-Verfahren ist, dass es sich um eine rein mechanische Aufbereitung handelt, ohne den Einsatz von Enzymen oder anderen Zusatzstoffen. Das resultierende Produkt ist ein mikrostrukturiertes Fettgewebe, das eine hohe Konzentration an lebensfähigen mesenchymalen Stammzellen, Perizyten und Wachstumsfaktoren enthält. Das aufbereitete Gewebe wird noch während des gleichen Eingriffs präzise in das betroffene Hüftgelenk injiziert.

Die dort befindlichen Stammzellen und bioaktiven Faktoren sollen mehrere Wirkungen entfalten. Dazu zählen, dass sie entzündliche Prozesse dämpfen können, die Schmerzen reduzieren, die Durchblutung verbessern und möglicherweise sogar zur Regeneration von geschädigtem Knorpelgewebe beitragen. Darüber hinaus wird vermutet, dass die injizierten Zellen ein günstiges biologisches Milieu schaffen, das die körpereigenen Reparaturmechanismen stimuliert. Der gesamte Behandlungsablauf dauert in der Regel etwa eine Stunde und kann ambulant durchgeführt werden. Da es sich um körpereigenes Material handelt, ist das Risiko von Abstoßungsreaktionen oder allergischen Reaktionen praktisch ausgeschlossen. Die meisten Patienten können bereits am Tag des Eingriffs wieder nach Hause gehen, sollten das behandelte Gelenk jedoch in den ersten Tagen schonen und für etwa zwei Wochen auf intensive sportliche Aktivitäten verzichten. In den Wochen nach der Behandlung wird empfohlen, die üblichen physiotherapeutischen Übungen beizubehalten, um die Gelenkfunktion zu unterstützen. Die Wirkung der Lipogems-Therapie setzt typischerweise nicht unmittelbar ein, sondern entfaltet sich graduell über mehrere Wochen bis Monate. Viele Patienten berichten von einer schrittweisen Verbesserung der Schmerzsituation und einer Zunahme der Beweglichkeit in den ersten drei bis sechs Monaten nach der Behandlung. Die Effekte können über ein bis zwei Jahre oder länger anhalten. In einigen Fällen kann eine wiederholte Anwendung nach einem Jahr sinnvoll sein, um die positiven Effekte zu verstärken oder aufrechtzuerhalten.

Diese Behandlungsform stellt insbesondere für Patienten mit leichter bis mittelschwerer Arthrose eine sinnvolle Option dar. Besonders, wenn konventionelle konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind, aber eine Operation noch vermieden werden soll. Die Kosten für eine Lipogems-Behandlung werden derzeit von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen, da es sich um ein relativ neues Verfahren handelt. Private Krankenversicherungen entscheiden individuell über eine Kostenübernahme. Interessierte Patienten können sich bei Dr. Barthofer und Dr. Mayr beraten lassen, die die individuellen Erfolgschancen realistisch einschätzen und über Alternativen aufklären können.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behandlung bildet oft einen wichtigen Baustein im Gesamtkonzept der konservativen Arthrose-Therapie. Im Vordergrund steht dabei die Schmerzlinderung, die es den Betroffenen ermöglicht, aktiv zu bleiben und an physiotherapeutischen Maßnahmen teilzunehmen. Nicht-steroidale Antirheumatika, kurz NSAR genannt, wie Ibuprofen oder Diclofenac, wirken sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend und haben sich in der Praxis vielfach bewährt. Sie sollten jedoch aufgrund möglicher Nebenwirkungen auf Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-System nicht dauerhaft ohne ärztliche Überwachung eingenommen werden. Als Alternative oder Ergänzung kommt Paracetamol zum Einsatz, das bei leichten bis mittleren Schmerzen wirksam sein kann und im Vergleich zu NSAR ein günstigeres Nebenwirkungsprofil aufweist. Bei stärkeren Beschwerden oder wenn klassische NSAR nicht vertragen werden, können selektive COX-2-Hemmer eine Option darstellen, die gezielter in den Entzündungsprozess eingreifen und das Magen-Darm-Risiko reduzieren.

Einen direkteren Behandlungsansatz bieten intraartikuläre Injektionen, bei denen Wirkstoffe direkt in das Hüftgelenk gespritzt werden. Hyaluronsäure-Injektionen zielen darauf ab, die Gelenkschmiere zu verbessern und dadurch die Reibung im Gelenk zu reduzieren. Die Studienlage zu ihrer Wirksamkeit ist zwar kontrovers diskutiert, viele Patienten berichten jedoch von einer spürbaren Besserung über mehrere Monate hinweg. Kortison-Injektionen kommen vor allem bei akuten Entzündungsschüben zum Einsatz und können schnell für Erleichterung sorgen, sollten aber aufgrund möglicher Knorpelschädigungen nur zurückhaltend eingesetzt werden.

Im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel werden häufig Glucosamin und Chondroitin genannt, die als Bausteine des Knorpelgewebes gelten. Während einige Studien positive Effekte nahelegen, bleibt die wissenschaftliche Evidenz insgesamt uneinheitlich. Dennoch berichten manche Patienten von einer subjektiven Verbesserung ihrer Beschwerden, sodass ein Therapieversuch in Absprache mit dem behandelnden Arzt durchaus erwogen werden kann.

Physiotherapie und Bewegungstherapie

Die Physiotherapie stellt das Herzstück jeder konservativen Arthrose-Behandlung dar und kann bei konsequenter Anwendung bemerkenswerte Erfolge erzielen. Durch gezielte krankengymnastische Übungen und manuelle Therapietechniken lassen sich Bewegungseinschränkungen mildern, Schmerzen reduzieren und die Gelenkfunktion verbessern. Der Physiotherapeut arbeitet dabei individuell mit dem Patienten und passt die Übungen an dessen Leistungsfähigkeit und Beschwerdebild an. Ein zentraler Aspekt ist der Aufbau der hüftumgebenden Muskulatur, insbesondere der Gesäß-, Oberschenkel- und Rumpfmuskulatur. Eine kräftige Muskulatur wirkt wie ein natürlicher Stoßdämpfer und entlastet das geschädigte Gelenk erheblich. Gleichzeitig verbessern Beweglichkeitsübungen und Dehnungen die Gelenkbeweglichkeit und beugen Versteifungen vor. Diese Übungen sollten regelmäßig, am besten täglich, durchgeführt werden, um dauerhafte Verbesserungen zu erreichen.

Besonders gelenkschonend und effektiv erweist sich die Aquatherapie, bei der Übungen im Wasser durchgeführt werden. Der Auftrieb des Wassers entlastet das Hüftgelenk deutlich, während gleichzeitig der Wasserwiderstand für einen sanften Trainingseffekt sorgt. Auch Schwimmen, vor allem in Rückenlage oder im Kraulstil, eignet sich hervorragend für Menschen mit Hüftarthrose. Der Brustschwimmstil sollte hingegen vermieden werden, da er das Hüftgelenk ungünstig belastet. Generell sind Sportarten zu bevorzugen, die fließende Bewegungen ohne abrupte Richtungswechsel oder Stauchbelastungen beinhalten. Radfahren auf ebenem Gelände, Nordic Walking mit angepasster Technik, sanftes Wandern und Crosstrainer-Training gehören zu den empfehlenswerten Aktivitäten. Vermieden werden sollten hingegen Sportarten mit hohen Stoßbelastungen wie Joggen, Tennis oder Fußball sowie Aktivitäten, die extreme Beugungen oder Drehbewegungen der Hüfte erfordern.

Physikalische Therapiemaßnahmen

Physikalische Therapien ergänzen die aktive Bewegungstherapie und können zur Schmerzlinderung sowie zur Verbesserung der Durchblutung beitragen. Die Anwendung von Wärme, etwa durch Fangopackungen, heiße Bäder oder Rotlichtbestrahlung, wird von vielen Patienten als wohltuend empfunden. Wärme entspannt die Muskulatur, fördert die Durchblutung und kann die Beweglichkeit verbessern. Bei akuten Entzündungsschüben hingegen bringt Kälte oft bessere Linderung, da sie abschwellend und entzündungshemmend wirkt.

Elektrotherapeutische Verfahren nutzen elektrische Ströme unterschiedlicher Frequenzen, um Schmerzen zu reduzieren und die Muskulatur zu stimulieren. Ultraschallbehandlungen erzeugen durch hochfrequente Schallwellen eine Tiefenwärme im Gewebe, die den Stoffwechsel anregen und Verspannungen lösen soll. Die extrakorporale Stoßwellentherapie hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dabei werden energiereiche Schallwellen gezielt auf das betroffene Gewebe gerichtet, um Heilungsprozesse anzuregen und Schmerzen zu lindern.

Magnetfeldtherapie und Akupunktur gehören zu den komplementären Verfahren, die von manchen Patienten als wirksam empfunden werden. Während die Magnetfeldtherapie durch pulsierende elektromagnetische Felder den Zellstoffwechsel beeinflussen soll, zielt die Akupunktur auf die Aktivierung körpereigener Schmerzhemmmechanismen ab. Die Traditionelle Chinesische Medizin betrachtet Schmerzen als Ausdruck von Energieblockaden, die durch das Setzen feiner Nadeln an bestimmten Punkten gelöst werden können. Tatsächlich zeigen Studien, dass Akupunktur bei Arthroseschmerzen durchaus wirksam sein kann, wobei die genauen Wirkmechanismen noch nicht vollständig geklärt sind.

Gewichtsmanagement und Ernährung

Das Körpergewicht spielt bei der Hüftarthrose eine entscheidende Rolle, denn jedes Kilogramm Übergewicht bedeutet eine zusätzliche Belastung für das bereits geschädigte Gelenk. Besonders beim Gehen und Treppensteigen wirken Kräfte auf das Hüftgelenk ein, die ein Vielfaches des Körpergewichts betragen können. Eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten stellt daher eine der wirksamsten und nachhaltigsten Maßnahmen zur Schmerzlinderung dar. Studien belegen, dass bereits eine moderate Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent des Körpergewichts zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führen kann. Über die reine Gewichtsreduktion hinaus kann die Ernährung auch durch ihre entzündungsmodulierenden Eigenschaften positiv auf die Arthrose wirken. Eine entzündungshemmende Ernährungsweise orientiert sich an der mediterranen Kost mit reichlich frischem Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und hochwertigem Olivenöl. Fetter Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die nachweislich entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können.

Antioxidative Substanzen, die reichlich in buntem Gemüse und Obst enthalten sind, schützen die Zellen vor oxidativem Stress und können ebenfalls zur Linderung beitragen. Besonders empfehlenswert sind Beeren, grünes Blattgemüse, Brokkoli, Paprika und Tomaten. Gewürze wie Kurkuma und Ingwer werden traditionell wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung geschätzt und finden zunehmend auch in der wissenschaftlichen Literatur Beachtung. Bestimmte Nährstoffe sind für die Gesundheit von Knorpel und Knochen besonders wichtig. Vitamin D und Calcium spielen eine zentrale Rolle für die Knochengesundheit, während Vitamin C für die Kollagenbildung essentiell ist. Eine ausreichende Proteinzufuhr unterstützt den Muskelerhalt und -aufbau, was wiederum der Gelenkentlastung zugutekommt. Hingegen sollten stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und gesättigte Fettsäuren eher gemieden werden, da sie entzündliche Prozesse im Körper fördern können.

Orthopädische Hilfsmittel

Orthopädische Hilfsmittel können im Alltag eine wertvolle Unterstützung bieten und dazu beitragen, das Hüftgelenk zu entlasten sowie das Sturzrisiko zu minimieren. Ein Gehstock oder eine Unterarmgehstütze auf der gesunden Seite geführt können die Belastung des arthrotischen Hüftgelenks um bis zu 30 Prozent reduzieren. Gerade bei längeren Wegstrecken oder in Phasen verstärkter Beschwerden kann dies den Unterschied zwischen Mobilität und Immobilität bedeuten. Wichtig ist dabei die richtige Einstellung der Länge sowie eine korrekte Handhabung, die idealerweise von einem Physiotherapeuten vermittelt wird. Schuheinlagen und orthopädische Schuhzurichtungen können Fehlstellungen ausgleichen und die Belastungsverteilung im Hüftgelenk optimieren. Bei einer Beinlängendifferenz, die häufig mit einer Hüftarthrose einhergeht oder diese sogar begünstigt, kann ein Absatzausgleich für deutliche Entlastung und eine verbesserte Körperhaltung sorgen. Gut gepolstertes Schuhwerk mit stoßdämpfenden Sohlen reduziert die Erschütterungen, die beim Gehen auf das Gelenk wirken.

Im häuslichen Umfeld erleichtern diverse Alltagshilfen das Leben mit Hüftarthrose erheblich. Erhöhte Toilettensitze und Duschhocker verringern die notwendige Hüftbeugung bei alltäglichen Verrichtungen. Lange Greifzangen ermöglichen es, Gegenstände vom Boden aufzuheben, ohne sich tief bücken zu müssen. Anziehhilfen für Schuhe und Socken sowie speziell geformte Griffe an Türen und Schränken können die Selbstständigkeit bewahren und Schmerzen bei der täglichen Routine vermeiden helfen.

Lebensstilanpassungen

Die Art und Weise, wie wir uns im Alltag bewegen und unsere täglichen Aktivitäten gestalten, hat einen erheblichen Einfluss auf den Verlauf einer Hüftarthrose. Gelenkschonende Bewegungsmuster zu erlernen und zu verinnerlichen bedeutet, das Gelenk möglichst in seiner günstigen mittleren Position zu bewegen und extreme Beugungen, Drehungen oder Stauchungen zu vermeiden. Beim Aufstehen aus dem Sitzen beispielsweise sollte man sich mit den Armen abstützen und das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilen, anstatt sich abrupt aus einer tiefen Sitzposition hochzudrücken. Die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes verdient besondere Aufmerksamkeit, da viele Menschen einen Großteil ihres Tages dort verbringen. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch ermöglicht den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen und verhindert einseitige Belastungen. Die Sitzhöhe sollte so gewählt sein, dass die Hüften nicht tiefer als die Knie positioniert sind, da eine zu tiefe Sitzposition das Gelenk ungünstig belastet. Regelmäßige Positionswechsel und kurze Bewegungspausen durchbrechen statische Haltungen und halten das Gelenk beweglich.

Die Sturzprävention gewinnt mit fortschreitender Arthrose an Bedeutung, da Stürze nicht nur das Risiko von Verletzungen bergen, sondern auch die Angst vor Bewegung verstärken können. Stolperfallen im häuslichen Umfeld wie lose Teppiche, Kabel oder unzureichende Beleuchtung sollten beseitigt werden. Haltegriffe im Bad und an Treppen bieten zusätzliche Sicherheit. Ein gezieltes Gleichgewichtstraining, das idealerweise in die physiotherapeutischen Übungen integriert wird, verbessert die Standsicherheit und das Körpergefühl.

Das richtige Belastungsmanagement ist eine Kunst, die erlernt werden muss. Es gilt, ein Gleichgewicht zu finden zwischen ausreichender Bewegung, die für den Knorpelstoffwechsel essentiell ist, und Überlastung, die Schmerzen und Entzündungen verstärken kann. Das Prinzip der aktiven Pausen bedeutet, bei Tätigkeiten regelmäßig innezuhalten und die Position zu wechseln, bevor Schmerzen auftreten. Schwere körperliche Arbeiten sollten auf mehrere kürzere Einheiten verteilt oder an Tagen mit geringeren Beschwerden geplant werden.

Komplementäre und integrative Ansätze

Neben den klassischen medizinischen Behandlungsmethoden suchen viele Menschen mit Hüftarthrose zusätzliche Unterstützung in komplementären Therapieformen. Die Osteopathie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und betrachtet den Körper als funktionelle Einheit, in der Struktur und Funktion untrennbar miteinander verbunden sind. Osteopathen arbeiten mit sanften manuellen Techniken, um Bewegungseinschränkungen zu lösen, die Durchblutung zu fördern und das körpereigene Selbstheilungssystem zu aktivieren. Dabei werden nicht nur das betroffene Hüftgelenk, sondern auch benachbarte Strukturen und der gesamte Bewegungsapparat in die Behandlung einbezogen. Die Chiropraktik konzentriert sich vorrangig auf die Wirbelsäule und die Gelenke, basierend auf der Überzeugung, dass Fehlstellungen und Blockaden zu Beschwerden im gesamten Körper führen können. Durch gezielte Justierungen und Mobilisationstechniken sollen Gelenkfunktionen verbessert und Schmerzen gelindert werden. Bei der Behandlung von Hüftarthrose können chiropraktische Techniken helfen, kompensatorische Fehlhaltungen zu korrigieren, die sich durch die Schonhaltung entwickelt haben.

Yoga und Tai Chi erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei Menschen mit Gelenkbeschwerden. Beide Bewegungsformen zeichnen sich durch langsame, fließende Bewegungen aus, die Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewicht gleichermaßen schulen. Yoga bietet eine Vielzahl von Übungen, die an die individuellen Möglichkeiten angepasst werden können. Sanfte Yoga-Stile wie Hatha oder Yin Yoga eignen sich besonders gut für Menschen mit Hüftarthrose. Tai Chi, oft als Meditation in Bewegung bezeichnet, verbessert nicht nur die körperliche Fitness, sondern wirkt sich auch positiv auf das psychische Wohlbefinden aus. Regelmäßiges Üben kann die Gelenkbeweglichkeit erhalten, die Muskulatur kräftigen und das Schmerzempfinden positiv beeinflussen. Chronische Schmerzen gehen häufig mit Anspannung und Stress einher, was wiederum die Schmerzen verstärken kann. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Entspannungstechniken wie Progressive Muskelrelaxation, Autogenes Training oder Achtsamkeitsmeditation können helfen, diesen Kreislauf zu unterbrechen. Diese Methoden befähigen Betroffene, ihre Körperwahrnehmung zu verbessern, Verspannungen bewusst zu lösen und mit Schmerzen besser umzugehen. Auch Atemübungen können eine unmittelbare entspannende Wirkung entfalten und in akuten Schmerzsituationen als Bewältigungsstrategie dienen.

Langzeitmanagement und Prognose

Die konservative Behandlung der Hüftarthrose ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein langfristiger Prozess, der Geduld, Konsequenz und regelmäßige Anpassungen erfordert. Verlaufskontrollen beim Orthopäden in Abständen von sechs bis zwölf Monaten ermöglichen es, den Krankheitsverlauf zu überwachen und die Therapie bei Bedarf zu modifizieren. Neue Röntgenaufnahmen zeigen, ob die Gelenkveränderungen fortschreiten, und klinische Untersuchungen erfassen Veränderungen in Beweglichkeit und Schmerzintensität. Trotz aller konservativen Bemühungen gibt es Situationen, in denen eine Operation letztlich doch notwendig wird. Anzeichen dafür sind anhaltende starke Schmerzen, die auch in Ruhe und nachts auftreten und die Lebensqualität erheblich einschränken. Wenn Schmerzmittel nicht mehr ausreichend wirken, die Beweglichkeit so stark eingeschränkt ist, dass alltägliche Verrichtungen kaum noch möglich sind, oder wenn sich bereits deutliche Gehbehinderungen entwickelt haben, sollte die Option eines künstlichen Hüftgelenks ernsthaft erwogen werden. Die moderne Endoprothetik hat heute hervorragende Ergebnisse zu verzeichnen und kann Betroffenen ihre Lebensqualität zurückgeben.

Der größte Erfolg wird durch eine intelligente Kombination verschiedener Therapieansätze erreicht. Medikamente können akute Beschwerden lindern und damit die Teilnahme an physiotherapeutischen Übungen erst ermöglichen. Gewichtsreduktion und entzündungshemmende Ernährung wirken langfristig und adressieren grundlegende Faktoren. Regelmäßige Bewegung und gezieltes Training stärken die Muskulatur und verbessern die Gelenkfunktion. Physikalische Maßnahmen und komplementäre Verfahren ergänzen das Behandlungskonzept und sprechen verschiedene Aspekte der Erkrankung an. Wichtig ist es, realistische Erwartungen an die konservative Behandlung zu haben. Eine Arthrose ist nicht heilbar, und der Knorpelschaden kann durch konservative Maßnahmen nicht rückgängig gemacht werden. Dennoch kann der Krankheitsverlauf verlangsamt, können Beschwerden erheblich gelindert und die Lebensqualität deutlich verbessert werden. Viele Menschen mit Hüftarthrose führen dank konsequenter konservativer Therapie über Jahre hinweg ein weitgehend beschwerdefreies und aktives Leben. Die Behandlung der Arthrose ist ein Marathon, kein Sprint, und Erfolge stellen sich oft erst nach Wochen oder Monaten kontinuierlicher Anwendung ein.